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Title: Der gute Handel
Author: Grimm, Jacob Ludwig Carl (1785-1863)
Author: Grimm, Wilhelm Carl (1786-1859)
Date of first publication: 1812 [original version]
Edition used as base for this ebook:
   Gttingen: Verlag der Dieterichschen Buchhandlung, 1857
   [Kinder und Hausmrchen gesammelt durch die Brder Grimm.
   Erster Band. Groe Ausgabe. Siebente Auflage.]
Date first posted: 9 July 2011
Date last updated: 9 July 2011
Project Gutenberg Canada ebook #816

This ebook was produced by
Delphine Lettau, David T. Jones
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Titre: Der gute Handel
Auteur: Grimm, Jacob Ludwig Carl (1785-1863)
Auteur: Grimm, Wilhelm Carl (1786-1859)
Date de la premire publication: 1812 [version originale]
dition utilise comme modle pour ce livre lectronique:
   Gttingen: Verlag der Dieterichschen Buchhandlung, 1857
   [Kinder und Hausmrchen gesammelt durch die Brder Grimm.
   Erster Band. Groe Ausgabe. Siebente Auflage.]
Date de la premire publication sur Project Gutenberg Canada:
   9 juillet 2011
Date de la dernire mise  jour:
   9 juillet 2011
Livre lectronique de Project Gutenberg Canada no 816

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7.

Der gute Handel.


Ein Bauer, der hatte seine Kuh auf den Markt getrieben und fr sieben
Thaler verkauft. Auf dem Heimweg mute er an einem Teich vorbei, und da
hrte er schon von weitem wie die Frsche riefen 'ak, ak, ak, ak.' 'Ja,'
sprach er fr sich, 'die schreien auch ins Haberfeld hinein: sieben
sinds, die ich gelst habe, keine acht.' Als er zu dem Wasser heran kam,
rief er ihnen zu 'dummes Vieh, das ihr seid! wit ihrs nicht besser?
sieben Thaler sinds und keine acht.' Die Frsche blieben aber bei ihrem
'ak, ak, ak, ak.' 'Nun, wenn ihrs nicht glauben wollt, ich kanns euch
vorzhlen,' holte das Geld aus der Tasche und zhlte die sieben Thaler
ab, immer vierundzwanzig Groschen auf einen. Die Frsche kehrten sich
aber nicht an seine Rechnung und riefen abermals 'ak, ak, ak, ak.' 'Ei,'
rief der Bauer ganz bs, 'wollt ihrs besser wissen als ich, so zhlt
selber,' und warf ihnen das Geld miteinander ins Wasser hinein. Er blieb
stehen und wollte warten bis sie fertig wren und ihm das Seinige wieder
brchten, aber die Frsche beharrten auf ihrem Sinn, schrien immerfort
'ak, ak, ak, ak,' und warfen auch das Geld nicht wieder heraus. Er
wartete noch eine gute Weile, bis der Abend anbrach, und er nach Haus
mute, da schimpfte er die Frsche aus und rief 'ihr Wasserpatscher, ihr
Dickkpfe, ihr Klotzaugen, ein gro Maul habt ihr und knnt schreien da
einem die Ohren weh thun, aber sieben Thaler knnt ihr nicht zhlen:
meint ihr, ich wollte da stehen bis ihr fertig wrt?' Damit gieng er
fort, aber die Frsche riefen noch 'ak, ak, ak, ak' hinter ihm her, da
er ganz verdrielich heim kam.

ber eine Zeit erhandelte er sich wieder eine Kuh, die schlachtete er,
und machte die Rechnung, wenn er das Fleisch gut verkaufte, knnte er
so viel lsen, als die beiden Khe werth wren, und das Fell htte
er obendrein. Als er nun mit dem Fleisch zu der Stadt kam, war vor
dem Thore ein ganzes Rudel Hunde zusammengelaufen, voran ein groer
Windhund: der sprang um das Fleisch, schnupperte und bellte 'was, was,
was, was.' Als er gar nicht aufhren wollte, sprach der Bauer zu ihm
'ja, ich merke wohl, du sagst 'was, was,' weil du etwas von dem Fleisch
verlangst, da sollt ich aber schn ankommen, wenn ich dirs geben wollte.'
Der Hund antwortete nichts als 'was, was.' 'Willst dus auch nicht
wegfressen und fr deine Kameraden da gut stehen?' 'Was, was' sprach der
Hund. 'Nun, wenn du dabei beharrst, so will ich dirs lassen, ich kenne
dich wohl und wei bei wem du dienst: aber das sage ich dir, in drei
Tagen mu ich mein Geld haben, sonst geht dirs schlimm: du kannst mirs
nur hinausbringen.' Darauf lud er das Fleisch ab und kehrte wieder um:
die Hunde machten sich darber her und bellten laut 'was, was.' Der
Bauer, der es von weitem hrte, sprach zu sich 'horch, jetzt verlangen
sie alle was, aber der groe mu mir einstehen.'

Als drei Tage herum waren, dachte der Bauer 'heute Abend hast du dein
Geld in der Tasche' und war ganz vergngt. Aber es wollte niemand kommen
und auszahlen. 'Es ist kein Verla mehr auf jemand,' sprach er, und
endlich ri ihm die Geduld, da er in die Stadt zu dem Fleischer gieng
und sein Geld forderte. Der Fleischer meinte, es wre ein Spa, aber der
Bauer sagte 'Spa beiseite, ich will mein Geld: hat der groe Hund euch
nicht die ganze geschlachtete Kuh vor drei Tagen heim gebracht?' Da ward
der Fleischer zornig, griff nach einem Besenstiel und jagte ihn hinaus.
'Wart,' sprach der Bauer, 'es gibt noch Gerechtigkeit auf der Welt!' und
gieng in das knigliche Schlo und bat sich Gehr aus. Er ward vor den
Knig gefhrt, der da sa mit seiner Tochter und fragte was ihm fr ein
Leid wiederfahren wre? 'Ach,' sagte er, 'die Frsche und die Hunde
haben mir das Meinige genommen, und der Metzger hat mich dafr mit dem
Stock bezahlt,' und erzhlte weitlufig wie es zugegangen war. Darber
fieng die Knigstochter laut an zu lachen, und der Knig sprach zu ihm
'Recht kann ich dir hier nicht geben, aber dafr sollst du meine Tochter
zur Frau haben: ihr Lebtag hat sie noch nicht gelacht, als eben ber
dich, und ich habe sie dem versprochen, der sie zum Lachen brchte. Du
kannst Gott fr dein Glck danken.' 'O,' antwortete der Bauer, 'ich will
sie gar nicht: ich habe daheim nur eine einzige Frau, und die ist mir
schon zuviel: wenn ich nach Haus komme, so ist mir nicht anders als
ob in jedem Winkel eine stnde.' Da ward der Knig zornig und sagte
'du bist ein Grobian.' 'Ach, Herr Knig,' antwortete der Bauer, 'was
knnt Ihr von einem Ochsen anders erwarten, als Rindfleisch!' 'Warte,'
erwiederte der Knig, 'du sollst einen andern Lohn haben. Jetzt pack
dich fort, aber in drei Tagen komm wieder, so sollen dir fnfhundert
vollgezhlt werden.'

Wie der Bauer hinaus vor die Thr kam, sprach die Schildwache 'du hast
die Knigstochter zum Lachen gebracht, da wirst du was rechtes bekommen
haben.' 'Ja, das mein ich,' antwortete der Bauer, 'fnfhundert werden
mir ausgezahlt.' 'Hr,' sprach der Soldat, 'gib mir etwas davon: was
willst du mit all dem Geld anfangen!' 'Weil dus bist,' sprach der Bauer,
'so sollst du zweihundert haben, melde dich in drei Tagen beim Knig,
und la dirs aufzhlen.' Ein Jude, der in der Nhe gestanden und das
Gesprch mit angehrt hatte, lief dem Bauer nach, hielt ihn beim Rock
und sprach 'Gotteswunder, was seid ihr ein Glckskind! ich wills euch
wechseln, ich wills euch umsetzen in Scheidemnz, was wollt ihr mit den
harten Thalern?' 'Mauschel,' sagte der Bauer, 'dreihundert kannst du
noch haben, gib mirs gleich in Mnze, heut ber drei Tage wirst du dafr
beim Knig bezahlt werden.' Der Jude freute sich ber das Profitchen und
brachte die Summe in schlechten Groschen, wo drei so viel werth sind als
zwei gute. Nach Verlauf der drei Tage gieng der Bauer, dem Befehl des
Knigs gem, vor den Knig. 'Zieht ihm den Rock ans,' sprach dieser,
'er soll seine fnfhundert haben.' 'Ach,' sagte der Bauer, 'sie gehren
nicht mehr mein, zweihundert habe ich an die Schildwache verschenkt, und
dreihundert hat mir der Jude eingewechselt, von Rechtswegen gebhrt mir
gar nichts.' Indem kam der Soldat und der Jude herein, verlangten das
Ihrige, das sie dem Bauer abgewonnen htten, und erhielten die Schlge
richtig zugemessen. Der Soldat ertrugs geduldig und wute schon wies
schmeckte: der Jude aber that jmmerlich, 'au weih geschrien! sind das
die harten Thaler?' Der Knig mute ber den Bauer lachen, und da aller
Zorn verschwunden war, sprach er, 'weil du deinen Lohn schon verloren
hast, bevor er dir zu Theil ward, so will ich dir einen Ersatz geben:
geh in meine Schatzkammer und hol dir Geld, so viel du willst.' Der
Bauer lie sich das nicht zweimal sagen, und fllte in seine weiten
Taschen was nur hinein wollte. Danach gieng er ins Wirthshaus und
berzhlte sein Geld. Der Jude war ihm nachgeschlichen und hrte wie
er mit sich allein brummte 'nun hat mich der Spitzbube von Knig doch
hinters Licht gefhrt! htte er mir nicht selbst das Geld geben knnen,
so wte ich was ich htte, wie kann ich nun wissen ob das richtig ist
was ich so auf gut Glck eingesteckt habe!' 'Gott bewahre,' sprach der
Jude fr sich, 'der spricht despectirlich von unserm Herrn, ich lauf
und gebs an, da krieg ich eine Belohnung, und er wird obendrein noch
bestraft.' Als der Knig von den Reden des Bauern hrte, gerieth er in
Zorn und hie den Juden hingehen und den Snder herbeiholen. Der Jude
lief zum Bauer, 'ihr sollt gleich zum Herrn Knig kommen, wie ihr geht
und steht.' 'Ich wei besser, was sich schickt,' antwortete der Bauer,
'erst la ich mir einen neuen Rock machen; meinst du ein Mann, der so
viel Geld in der Tasche hat, sollte in dem alten Lumpenrock hingehen?'
Der Jude, als er sah da der Bauer ohne einen andern Rock nicht
wegzubringen war, und weil er frchtete wenn der Zorn des Knigs
verraucht wre, so kme er um seine Belohnung und der Bauer um seine
Strafe, so sprach er 'ich will euch fr die kurze Zeit einen schnen
Rock leihen aus bloer Freundschaft; was thut der Mensch nicht alles aus
Liebe!' Der Bauer lie sich das gefallen, zog den Rock vom Juden an und
gieng mit ihm fort. Der Knig hielt dem Bauer die bsen Reden vor, die
der Jude hinterbracht hatte. 'Ach,' sprach der Bauer, 'was ein Jude sagt
ist immer gelogen, dem geht kein wahres Wort aus dem Munde; der Kerl
da ist im Stand und behauptet ich htte seinen Rock an.' 'Was soll mir
das?' schrie der Jude, 'ist der Rock nicht mein? hab ich ihn euch nicht
aus bloer Freundschaft geborgt, damit ihr vor den Herrn Knig treten
konntet?' Wie der Knig das hrte, sprach er 'einen hat der Jude gewi
betrogen, mich oder den Bauer,' und lie ihm noch etwas in harten
Thalern nachzahlen. Der Bauer aber gieng in dem guten Rock und mit dem
guten Geld in der Tasche heim und sprach 'diesmal hab ichs getroffen.'




[End of Der gute Handel, by the Brothers Grimm]

[Fin de Der gute Handel, par les frres Grimm]
