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Title: Katze und Maus in Gesellschaft
Author: Grimm, Jacob Ludwig Carl (1785-1863)
Author: Grimm, Wilhelm Carl (1786-1859)
Date of first publication: 1812 [original version]
Edition used as base for this ebook:
   Gttingen: Verlag der Dieterichschen Buchhandlung, 1857
   [Kinder und Hausmrchen gesammelt durch die Brder Grimm.
   Erster Band. Groe Ausgabe. Siebente Auflage.]
Date first posted: 13 May 2011
Date last updated: 13 May 2011
Project Gutenberg Canada ebook #786

This ebook was produced by
Delphine Lettau, David T. Jones
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Titre: Katze und Maus in Gesellschaft
Auteur: Grimm, Jacob Ludwig Carl (1785-1863)
Auteur: Grimm, Wilhelm Carl (1786-1859)
Date de la premire publication: 1812 [version originale]
dition utilise comme modle pour ce livre lectronique:
   Gttingen: Verlag der Dieterichschen Buchhandlung, 1857
   [Kinder und Hausmrchen gesammelt durch die Brder Grimm.
   Erster Band. Groe Ausgabe. Siebente Auflage.]
Date de la premire publication sur Project Gutenberg Canada:
   13 mai 2011
Date de la dernire mise  jour:
   13 mai 2011
Livre lectronique de Project Gutenberg Canada no 786

Ce livre lectronique a t cr par
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2.

Katze und Maus in Gesellschaft.


Eine Katze hatte Bekanntschaft mit einer Maus gemacht und ihr so viel
von der groen Liebe und Freundschaft vorgesagt, die sie zu ihr trge,
da die Maus endlich einwilligte mit ihr zusammen in einem Hause zu
wohnen und gemeinschaftliche Wirthschaft zu fhren. 'Aber fr den Winter
mssen wir Vorsorge tragen, sonst leiden wir Hunger,' sagte die Katze,
'du Muschen, kannst dich nicht berall hinwagen und gerthst mir am
Ende in eine Falle.' Der gute Rath ward also befolgt und ein Tpfchen
mit Fett angekauft. Sie wuten aber nicht wo sie es hinstellen sollten,
endlich nach langer berlegung sprach die Katze 'ich wei keinen Ort, wo
es besser aufgehoben wre, als die Kirche, da getraut sich Niemand etwas
wegzunehmen: wir stellen es unter den Altar und rhren es nicht eher
an als bis wir es nthig haben.' Das Tpfchen ward also in Sicherheit
gebracht, aber es dauerte nicht lange, so trug die Katze Gelsten danach
und sprach zur Maus 'was ich dir sagen wollte, Muschen, ich bin von
meiner Base zu Gevatter gebeten: sie hat ein Shnchen zur Welt gebracht,
wei mit braunen Flecken, das soll ich ber die Taufe halten. La mich
heute ausgehen und besorge du das Haus allein.' 'Ja, ja,' antwortete die
Maus, 'geh in Gottes Namen, wenn du was Gutes iest, so denk an mich:
von dem sen rothen Kindbetterwein trnk ich auch gerne ein Trpfchen.'
Es war aber alles nicht wahr, die Katze hatte keine Base, und war nicht
zu Gevatter gebeten. Sie gieng geradeswegs nach der Kirche, schlich zu
dem Fetttpfchen, fieng an zu lecken und leckte die fette Haut ab. Dann
machte sie einen Spatziergang auf den Dchern der Stadt, besah sich die
Gelegenheit, streckte sich hernach in der Sonne aus und wischte sich den
Bart so oft sie an das Fetttpfchen dachte. Erst als es Abend war, kam
sie wieder nach Haus. 'Nun, da bist du ja wieder,' sagte die Maus, 'du
hast gewi einen lustigen Tag gehabt.' Es gieng wohl an' antwortete die
Katze. 'Was hat denn das Kind fr einen Namen bekommen?' fragte die
Maus. '_Hautab_' sagte die Katze ganz trocken. 'Hautab,' rief die
Maus, 'das ist ja ein wunderlicher und seltsamer Name, ist der in eurer
Familie gebruchlich?' 'Was ist da weiter,' sagte die Katze, 'er ist
nicht schlechter als Brseldieb, wie deine Pathen heien.'

Nicht lange danach berkam die Katze wieder ein Gelsten. Sie sprach zur
Maus 'du mut mir den Gefallen thun und nochmals das Hauswesen allein
besorgen, ich bin zum zweitenmal zu Gevatter gebeten, und da das Kind
einen weien Ring um den Hals hat, so kann ichs nicht absagen.' Die gute
Maus willigte ein, die Katze aber schlich hinter der Stadtmauer zu der
Kirche und fra den Fetttopf halb aus. 'Es schmeckt nichts besser,'
sagte sie, 'als was man selber it,' und war mit ihrem Tagewerk ganz
zufrieden. Als sie heimkam, fragte die Maus 'wie ist denn dieses Kind
getauft worden?' '_Halbaus_' antwortete die Katze. 'Halbaus! was du
sagst! den Namen habe ich mein Lebtag noch nicht gehrt, ich wette der
steht nicht in dem Kalender.'

Der Katze wsserte das Maul bald wieder nach dem Leckerwerk. 'Aller
guten Dinge sind drei,' sprach sie zu der Maus, 'da soll ich wieder
Gevatter stehen, das Kind ist ganz schwarz und hat blo weie Pfoten,
sonst kein weies Haar am ganzen Leib, das trifft sich alle paar
Jahr nur einmal: du lssest mich doch ausgehen?' 'Hautab! Halbaus!'
antwortete die Maus, 'es sind so kuriose Namen, die machen mich so
nachdenksam.' 'Da sitzest du daheim in deinem dunkelgrauen Flausrock
und deinem langen Haarzopf,' sprach die Katze, 'und fngst Grillen: das
kommt davon wenn man bei Tage nicht ausgeht.' Die Maus rumte whrend
der Abwesenheit der Katze auf und brachte das Haus in Ordnung, die
naschhafte Katze aber fra den Fetttopf rein aus. 'Wenn erst alles
aufgezehrt ist, so hat man Ruhe' sagte sie zu sich selbst und kam satt
und dick erst in der Nacht nach Haus. Die Maus fragte gleich nach dem
Namen, den das dritte Kind bekommen htte. 'Er wird dir wohl auch nicht
gefallen,' sagte die Katze, 'er heit _Ganzaus_.' 'Ganzaus!' rief die
Maus, 'das ist der allerbedenklichste Namen, gedruckt ist er mir noch
nicht vorgekommen. Ganzaus! was soll das bedeuten?' Sie schttelte den
Kopf, rollte sich zusammen und legte sich schlafen.

Von nun an wollte niemand mehr die Katze zu Gevatter bitten, als aber
der Winter herangekommen und drauen nichts mehr zu finden war, gedachte
die Maus ihres Vorraths und sprach 'komm Katze, wir wollen zu unserm
Fetttopfe gehen, den wir uns aufgespart haben, der wird uns schmecken.'
'Ja wohl,' antwortete die Katze, 'der wird dir schmecken als wenn du
deine feine Zunge zum Fenster hinaus streckst.' Sie machten sich auf
den Weg, und als sie anlangten, stand zwar der Fetttopf noch an seinem
Platz, er war aber leer. 'Ach,' sagte die Maus, 'jetzt merke ich was
geschehen ist, jetzt kommts an den Tag, du bist mir die wahre Freundin!
aufgefressen hast du alles, wie du zu Gevatter gestanden hast: erst Haut
ab, dann halb aus, dann...' 'Willst du schweigen' rief die Katze, 'noch
ein Wort, und ich fresse dich auf.' 'Ganz aus' hatte die arme Maus schon
auf der Zunge, kaum war es heraus, so that die Katze einen Satz nach
ihr, packte sie und schluckte sie hinunter. Siehst du, so gehts in der
Welt.




[End of Katze und Maus in Gesellschaft, by the Brothers Grimm]

[Fin de Katze und Maus in Gesellschaft, par les frres Grimm]
